Warum hilft ein neues Kissen oft nicht?
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Aktualisiert: vor 7 Minuten

Wer morgens mit Nacken- oder Schulterschmerzen aufwacht, greift häufig zuerst zu einem neuen Kissen. Die Hoffnung ist gross, dass damit die Beschwerden verschwinden.
In unserer täglichen Schlafberatung erleben wir jedoch immer wieder, dass ein neues Kissen allein nur selten die eigentliche Ursache behebt. Das bedeutet nicht, dass Kissen unwichtig sind. Oft liegt das Problem jedoch an einer ganz anderen Stelle.
Das Kissen kann nur ausgleichen
Die Aufgabe eines Kissens besteht darin, Kopf und Halswirbelsäule möglichst neutral zu lagern. Mehr kann es nicht. Passt die Liegeposition des restlichen Körpers nicht, kann selbst das beste Kissen diese Fehlhaltung nur begrenzt ausgleichen.
Besonders in Seitenlage spielt die Schulter eine wichtige Rolle
Viele Menschen schlafen überwiegend auf der Seite. Dabei sollte die Schulter genügend tief in Matratze und Unterfederung einsinken können. Ist dies nicht möglich, wird die Schulter nach oben gedrückt. Dadurch verändert sich automatisch auch die Position von Hals und Kopf. Viele versuchen dann, dieses Problem mit einem höheren oder weicheren Kissen zu lösen. Die eigentliche Ursache bleibt jedoch bestehen.
Zu hohe Kissen verschlimmern das Problem häufig
Ein häufiges Missverständnis:
Nacken tut weh = höheres Kissen.
In Wirklichkeit kann ein zu hohes Kissen die Halswirbelsäule zusätzlich belasten.
Der Kopf wird abgeknickt und die Muskulatur steht die ganze Nacht unter Spannung.
Auch mehrere übereinandergelegte Kissen bringen deshalb meist keine dauerhafte Verbesserung.
Nicht jede Beschwerde kommt vom Kissen
Natürlich gibt es Situationen, in denen ein anderes Kissen sinnvoll ist.
Oft spielen jedoch mehrere Faktoren zusammen:
die Matratze
die Unterfederung
die Schlafposition
der Körperbau
bestehende Beschwerden
Deshalb lohnt es sich, das gesamte Schlafsystem zu betrachten und nicht nur das Kissen.
Unsere Erfahrung aus der Schlafberatung
Viele Kundinnen und Kunden erzählen uns, dass sie bereits drei oder vier verschiedene Kissen ausprobiert haben. Verbessert hat sich oft nur wenig. Im Gespräch zeigt sich dann häufig, dass die Schulter nicht ausreichend einsinken kann oder die Matratze den Körper nicht optimal unterstützt. Wird diese Ursache behoben, passt häufig auch das bisherige Kissen plötzlich deutlich besser.
Was Sie selbst überprüfen können
Wenn Sie hauptsächlich auf der Seite schlafen, fragen Sie sich:
Kann meine Schulter genügend einsinken?
Liegt mein Kopf gerade oder wird er nach oben gedrückt?
Ist mein Kissen ungewöhnlich hoch?
Habe ich zusätzlich Druck auf der Schulter?
Sind die Beschwerden nur morgens oder auch tagsüber vorhanden?
Diese Beobachtungen liefern oft wichtige Hinweise.
Häufige Fragen
Kann ein Kissen Nackenschmerzen verursachen?
Ja. Ist ein Kissen zu hoch, zu niedrig oder passt es nicht zur Schlafposition, können Nackenbeschwerden entstehen oder verstärkt werden.
Wann brauche ich ein neues Kissen?
Wenn das vorhandene Kissen seine Form verliert, nicht mehr genügend stützt oder nicht mehr zu Ihrer Schlafposition passt.
Kann ein Kissen Schulterschmerzen beheben?
Nur teilweise. Häufig liegt die Ursache in einer unzureichenden Einsinktiefe der Schulter oder einer ungeeigneten Matratze. Das Kissen allein kann diese Probleme meist nicht vollständig ausgleichen.
Fazit
Ein gutes Kissen ist wichtig – aber selten die alleinige Lösung. Wer trotz verschiedener Kissen weiterhin mit Nacken- oder Schulterschmerzen aufwacht, sollte das gesamte Schlafsystem betrachten. Oft liegt die eigentliche Ursache nicht unter dem Kopf, sondern unter der Schulter.
Haben Sie bereits verschiedene Kissen ausprobiert und wachen trotzdem mit Nacken- oder Schulterschmerzen auf? Dann lohnt es sich, die gesamte Liegesituation genauer zu betrachten.
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