top of page

Matratze oder Lattenrost? Was ist bei Rückenschmerzen wichtiger?

vor 3 Tagen
4 Min. Lesezeit

Matratze und Lattenrost

Bei Rückenschmerzen denken die meisten Menschen zuerst an die Matratze. Sie wird ausgetauscht, ein anderer Härtegrad ausprobiert oder ein neues Modell gekauft. Der Lattenrost beziehungsweise die Unterfederung bleibt dagegen häufig jahrelang unverändert im Bett.


Doch ist die Matratze tatsächlich der entscheidende Faktor? Oder kann auch die Unterfederung einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie wir liegen?


Die kurze Antwort: Matratze und Unterfederung sollten nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Gerade bei bestehenden Liegebeschwerden kommt es auf das Zusammenspiel beider Komponenten an.


Was muss eine Matratze überhaupt leisten?


Eine Matratze soll den Körper angenehm aufnehmen und gleichzeitig ausreichend unterstützen. In Seitenlage müssen beispielsweise Schulter und Becken einsinken können. In Rückenlage benötigt insbesondere der Bereich zwischen Becken und Brustkorb eine passende Unterstützung. Wie stark einzelne Körperbereiche einsinken sollen, hängt unter anderem von Körperbau, Gewicht, Schlafposition und persönlichen Beschwerden ab. Ist eine Matratze zu fest, können Schulter oder Becken möglicherweise nicht ausreichend einsinken. Ist sie zu weich oder fehlt die notwendige Unterstützung, kann der Körper dagegen zu stark absinken.

Genau deshalb lässt sich die Frage nach der „richtigen Härte“ nicht pauschal beantworten.


Welche Aufgabe hat der Lattenrost?


Der Begriff Lattenrost klingt zunächst nach einer relativ simplen Unterlage für die Matratze. Moderne Unterfederungen können jedoch deutlich mehr. Je nach Modell lassen sich einzelne Körperbereiche gezielt beeinflussen. Beispielsweise kann im Schulterbereich mehr Einsinken ermöglicht, das Becken anders gelagert oder die Unterstützung im Bereich der Lendenwirbelsäule verändert werden. Damit entsteht unterhalb der Matratze eine zweite Ebene, über die sich die Liegeposition beeinflussen lässt. Eine gute Unterfederung ersetzt deshalb nicht die passende Matratze. Sie kann aber dabei helfen, die Matratze gezielter an den Körper anzupassen.


Kann ein schlechter Lattenrost Rückenschmerzen verursachen?


Rückenschmerzen haben sehr unterschiedliche Ursachen. Deshalb wäre es unseriös, Beschwerden automatisch auf einen Lattenrost oder eine Matratze zurückzuführen.

Die Liegesituation kann jedoch eine Rolle spielen, insbesondere wenn Beschwerden vorwiegend nachts oder am Morgen auftreten und sich nach dem Aufstehen wieder verändern. Eine sehr starre, ungeeignete oder stark abgenutzte Unterfederung kann beispielsweise dazu führen, dass die Matratze nicht so arbeiten kann, wie es für die jeweilige Person sinnvoll wäre. Auch ein Lattenrost, der noch völlig intakt aussieht, muss deshalb nicht automatisch zur Matratze, zum Körper und zu bestehenden Beschwerden passen.


Reicht bei Rückenschmerzen eine neue Matratze?


Manchmal ja. Wenn die bestehende Unterfederung gut funktioniert und zur neuen Matratze passt, muss sie nicht grundsätzlich ersetzt werden.

In unserer Beratung erleben wir jedoch immer wieder Menschen, die bereits mehrere Matratzen ausprobiert haben. Die Unterfederung darunter wurde dabei nie oder kaum berücksichtigt. Dann wird mit jeder neuen Matratze versucht, ein Problem ausschliesslich über die Liegefläche zu lösen. Das kann funktionieren. Es kann aber auch bedeuten, dass immer wieder nur ein Teil des Schlafsystems verändert wird.

Gerade bei hartnäckigen Liegebeschwerden lohnt es sich deshalb, Matratze und Unterfederung gemeinsam anzuschauen.


Muss man beim Kauf einer neuen Matratze auch den Lattenrost ersetzen?


Nein. Ein neuer Lattenrost ist nicht automatisch notwendig, nur weil eine neue Matratze gekauft wird. Entscheidend ist vielmehr: Passt die vorhandene Unterfederung zur neuen Matratze? Ist sie technisch noch in Ordnung? Ermöglicht sie die notwendige Unterstützung und Entlastung? Und lässt sie sich bei Bedarf an unterschiedliche Körperbereiche anpassen? Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine bestehende Unterfederung durchaus weiterverwendet werden. Der pauschale Rat, beim Matratzenkauf grundsätzlich auch einen neuen Lattenrost zu kaufen, ist aus unserer Sicht genauso wenig sinnvoll wie die Aussage, der Lattenrost spiele überhaupt keine Rolle.


Was ist nun wichtiger: Matratze oder Lattenrost?


Diese Frage lässt sich nicht sinnvoll mit „entweder oder“ beantworten.

Die Matratze steht in direktem Kontakt mit dem Körper und beeinflusst Druckverteilung, Einsinken und Liegegefühl. Die Unterfederung bildet die Basis darunter und kann beeinflussen, wie sich die Matratze in unterschiedlichen Körperzonen verhält. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel des gesamten Schlafsystems. Das ist vergleichbar mit zwei Zahnrädern: Ist eines davon nicht passend abgestimmt, lässt sich das nicht immer durch das andere vollständig kompensieren.


Besonders bei Beschwerden ist Anpassbarkeit wichtig


Ein weiterer Punkt wird häufig erst nach dem Kauf relevant. Menschen verändern sich.

Beschwerden können auftreten oder wieder verschwinden. Das Körpergewicht verändert sich. Eine bevorzugte Schlafposition kann wechseln. Nach einer Operation oder Verletzung können zeitweise andere Anforderungen entstehen als zuvor.

Ein Schlafsystem, das sich nachträglich verändern und feinjustieren lässt, bietet hier einen entscheidenden Vorteil. In unserer Arbeit mit Menschen mit Rücken-, Nacken-, Schulter- oder Hüftbeschwerden nehmen wir deshalb häufig zunächst kleine Anpassungen vor und beobachten deren Wirkung, bevor weitere Veränderungen erfolgen. So lässt sich wesentlich besser erkennen, welche Veränderung tatsächlich etwas bewirkt.


Wann lohnt es sich, das gesamte Schlafsystem überprüfen zu lassen?


Ein genauer Blick auf Matratze und Unterfederung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:


  • Rückenschmerzen vor allem nachts oder morgens auftreten

  • Beschwerden nach dem Aufstehen wieder nachlassen

  • bereits verschiedene Matratzen ausprobiert wurden

  • Schulter oder Hüfte unangenehm unter Druck geraten

  • häufig die Schlafposition gewechselt wird

  • die Matratze eigentlich bequem erscheint, man morgens aber trotzdem verspannt aufwacht

  • die Unterfederung schon viele Jahre unverändert verwendet wird


Das bedeutet nicht automatisch, dass ein neues Bett oder ein komplett neues Schlafsystem notwendig ist. Manchmal reichen bereits gezielte Anpassungen.


Fazit: Nicht Matratze gegen Lattenrost, sondern Matratze mit Lattenrost


Wer bei Rückenschmerzen nur nach der richtigen Matratze sucht, betrachtet möglicherweise nur einen Teil der Liegesituation. Eine Matratze kann sehr gut sein und trotzdem nicht optimal funktionieren, wenn die Unterfederung nicht dazu passt. Gleichzeitig kann auch die beste Unterfederung eine ungeeignete Matratze nicht ausgleichen. Entscheidend ist, wie Matratze, Unterfederung und Körper zusammenspielen.


Genau deshalb betrachten wir bei Infanger Gesunder Schlaf nicht einfach einzelne Produkte, sondern die gesamte Liegesituation.


Häufige Fragen zu Matratze und Lattenrost


Ist die Matratze oder der Lattenrost wichtiger bei Rückenschmerzen?

Beide Komponenten sollten zusammen betrachtet werden. Die Matratze beeinflusst unter anderem Druckverteilung und Einsinken, während die Unterfederung die Unterstützung darunter mitbestimmen kann. Entscheidend ist deshalb weniger ein einzelnes Produkt als das Zusammenspiel von Matratze, Unterfederung und Körper.


Muss ich bei einer neuen Matratze auch einen neuen Lattenrost kaufen?

Nein. Ist die vorhandene Unterfederung technisch in Ordnung und passt sie zur neuen Matratze und zur persönlichen Liegesituation, kann sie weiterverwendet werden. Ein Austausch nur aufgrund des Alters ist nicht automatisch notwendig.


Kann ein falscher Lattenrost Rückenschmerzen verursachen?

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben und lassen sich nicht pauschal auf den Lattenrost zurückführen. Eine ungeeignete Unterfederung kann jedoch die Liegeposition und die Funktion der Matratze beeinflussen. Besonders bei Beschwerden, die vorwiegend nachts oder morgens auftreten, kann es deshalb sinnvoll sein, die gesamte Liegesituation zu überprüfen.



Haben Sie Rückenschmerzen und sind unsicher, ob Ihre Schlafposition oder Ihre Liegesituation dabei eine Rolle spielt? Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.



Mehr erfahren:




 
 
bottom of page