Kann KI die richtige Matratze empfehlen?
Aktualisiert: 6. Okt.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Schon heute kann sie innerhalb weniger Sekunden erklären, welche Matratze bei Rückenschmerzen sinnvoll sein könnte, worauf Seitenschläfer achten sollten oder welche Rolle Matratze, Unterfederung und Kissen für die Liegeposition spielen. Und wahrscheinlich wird KI in wenigen Jahren über mehr theoretisches Wissen verfügen, als ein einzelner Fachberater jemals haben kann.
Da stellt sich eine berechtigte Frage:
Braucht es in Zukunft überhaupt noch eine persönliche Matratzenberatung?
Unsere Antwort darauf ist vielleicht überraschend: Beim reinen Wissen wird es für uns Menschen tatsächlich zunehmend schwierig, mit künstlicher Intelligenz mitzuhalten.
Aber Wissen allein löst noch kein Liegeproblem.
Eine KI kann sehr viel wissen
Wer heute eine KI mit genügend Informationen versorgt, kann bereits erstaunlich differenzierte Antworten erhalten. Körpergrösse, Gewicht, bevorzugte Schlafposition, bestehende Rücken-, Nacken-, Schulter- oder Hüftbeschwerden, bisherige Matratzen und persönliche Erfahrungen können in eine Empfehlung einfliessen.
KI kann Zusammenhänge erklären, verschiedene Lösungsansätze gegeneinander abwägen und in Zukunft vermutlich noch wesentlich besser aus sehr grossen Datenmengen lernen. Es wäre deshalb falsch zu behaupten, eine persönliche Beratung sei automatisch besser, weil ein Fachberater mehr weiss.
Der entscheidende Unterschied liegt woanders.
Zwei ähnliche Menschen brauchen nicht zwingend dieselbe Matratze
Stellen wir uns zwei Menschen mit ähnlicher Körpergrösse und ähnlichem Gewicht vor. Beide schlafen überwiegend auf der Seite und beide haben Beschwerden im unteren Rücken. Auf dem Papier sehen die Voraussetzungen fast identisch aus. Trotzdem können beide auf derselben Matratze völlig unterschiedlich reagieren. Körperproportionen, Beweglichkeit, Muskelspannung, Gewohnheiten und das persönliche Empfinden spielen eine Rolle. Hinzu kommt das Zusammenspiel zwischen Matratze, Unterfederung und Kissen. Deshalb kann eine Empfehlung anhand von Daten ein sehr guter Ausgangspunkt sein.
Ob sie tatsächlich funktioniert, zeigt sich aber erst, wenn ein Mensch darauf liegt.
Genau dort beginnt für uns die eigentliche Beratung
In einer persönlichen Beratung geht es deshalb nicht darum, möglichst schnell die vermeintlich perfekte Matratze zu bestimmen. Wir beobachten zunächst, wie jemand tatsächlich liegt. Wie weit sinkt die Schulter in Seitenlage ein? Wie verhält sich das Becken? Wie wird die Taille unterstützt? Was passiert in Rückenlage? Wo entsteht Druck? Wo fehlt Unterstützung? Und vor allem: Wie empfindet die Person selbst die verschiedenen Veränderungen? Danach können wir gezielt reagieren.
Manchmal braucht die Schulter mehr Raum. Manchmal benötigt der Körper an einer anderen Stelle mehr Unterstützung. Manchmal verändert eine kleine Anpassung der Unterfederung bereits das gesamte Liegegefühl. Und manchmal stellt sich heraus, dass eine zunächst logisch erscheinende Lösung in der Praxis überhaupt nicht funktioniert.
Genau deshalb arbeiten wir gerne mit anpassbaren Schlafsystemen.
Kleine Veränderungen statt möglichst vieler Korrekturen
Bei Liegebeschwerden gilt für uns häufig ein einfacher Grundsatz:
Möglichst nur eine Variable verändern und beobachten, was passiert.
Wer gleichzeitig Matratze, Unterfederung, Kissen und Schlafposition verändert, weiss am Ende kaum noch, welche Veränderung geholfen oder die Situation möglicherweise sogar verschlechtert hat. Deshalb gehen wir lieber schrittweise vor. Eine gezielte Anpassung wird vorgenommen und anschliessend über einen sinnvollen Zeitraum beurteilt. Führt sie nicht zum gewünschten Ergebnis, kann die nächste Veränderung getestet werden. Das klingt weniger spektakulär als ein Scanner, der innerhalb weniger Minuten die «perfekte Matratze» berechnet. Nach unserer Erfahrung ist es aber häufig der sinnvollere Weg.
Auch eine persönliche Beratung kann nicht in die Zukunft schauen
Auch wir können nach einer Beratung nicht garantieren, wie jemand während der nächsten acht Stunden schlafen wird. Eine halbe Stunde Probeliegen ist keine ganze Nacht. Eine Nacht sind keine zehn Nächte. Und gerade bei Menschen mit bestehenden Beschwerden kann sich das Empfinden während der ersten Wochen verändern.
Deshalb betrachten wir die Beratung nicht als einzelnen Moment, in dem zwingend die endgültige Lösung gefunden werden muss.
Die Beratung ist vielmehr der Beginn eines Prozesses.
Nach der Lieferung kann sich zeigen, dass eine weitere Anpassung sinnvoll ist. Dann verändern wir gezielt etwas und beobachten erneut. Diese persönliche Nachbetreuung gehört für uns genauso zu einem Schlafsystem wie die Matratze selbst.
Warum wir uns nicht allein auf Messsysteme verlassen
Druckmessmatten, Körperscanner und andere technische Hilfsmittel können interessante Informationen liefern. Eine Messung kann beispielsweise zeigen, wie sich der Druck in einer bestimmten Position verteilt. Aber auch eine solche Messung ist zunächst eine Momentaufnahme. Der Mensch schläft nicht die ganze Nacht bewegungslos in einer Position. Er dreht sich, verändert seine Haltung und reagiert möglicherweise nach mehreren Nächten anders auf ein Schlafsystem als während einer kurzen Messung. Deshalb verlassen wir uns nicht darauf, dass ein Messgerät oder ein Algorithmus innerhalb weniger Minuten zuverlässig die perfekte Schlaflösung berechnen kann. Technik kann unterstützen.
Entscheidend bleibt die tatsächliche Reaktion des Menschen.
KI wird die Matratzenberatung trotzdem verändern
Davon sind wir überzeugt. Und wir sehen darin keine Bedrohung.
KI kann auch Fachberater unterstützen. Sie kann Wissen schneller verfügbar machen, Informationen strukturieren und möglicherweise irgendwann Erkenntnisse aus einer grossen Anzahl realer Beratungsverläufe miteinander vergleichen. Das kann eine Beratung sogar besser machen. Denn die interessante Zukunft besteht aus unserer Sicht nicht in der Frage «Mensch oder künstliche Intelligenz?» Sondern in der Kombination aus beidem. KI liefert Wissen und unterstützt bei der Analyse. Der Fachberater beobachtet, verändert und begleitet. Und der Kunde beziehungsweise sein Körper liefert die entscheidende Rückmeldung.
Kann KI also die richtige Matratze empfehlen?
Ja. Sie kann heute bereits eine gute Empfehlung geben – und wird darin vermutlich immer besser werden.
Aber eine Empfehlung bleibt zunächst eine Hypothese. Ob eine Matratze tatsächlich zu Ihnen passt, zeigt sich erst beim Probeliegen und letztendlich während des Schlafens zu Hause. Deshalb verbinden wir bei Infanger Gesunder Schlaf fachliche Beratung mit ausführlichem Probeliegen, anpassbaren Schlafsystemen, persönlicher Lieferung und kostenloser Nachbetreuung. Und weil sich auch die beste Beratung einmal irren kann, können unsere Schlafsysteme während 10 Wochen zum vollen Kaufpreis zurückgegeben werden. Vielleicht wird künstliche Intelligenz irgendwann tatsächlich mehr über Matratzen, Ergonomie und Schlaf wissen als jeder einzelne Mensch.
Das finden wir nicht beängstigend, sondern spannend.
Denn eine Sache bleibt:
KI kann sehr viel über Ihren Körper wissen. Wie Sie tatsächlich liegen und schlafen, muss am Ende Ihr Körper entscheiden.
Haben Sie Rückenschmerzen und sind unsicher, ob Ihre Schlafposition oder Ihre Liegesituation dabei eine Rolle spielt? Dann lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
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