Fibromyalgie und Schlaf: Kann das richtige Bett die Beschwerden lindern?
- vor 50 Minuten
- 3 Min. Lesezeit

Menschen mit Fibromyalgie leiden häufig unter Schmerzen am ganzen Körper, Erschöpfung und einem nicht erholsamen Schlaf. Viele Betroffene wachen morgens auf und fühlen sich, als hätten sie kaum geschlafen. Entsprechend stellt sich oft die Frage, ob auch das Bett oder die Matratze eine Rolle spielen könnten.
Die kurze Antwort lautet: Fibromyalgie kann durch eine Matratze nicht geheilt werden. Ein ungeeignetes Schlafsystem kann die nächtlichen Beschwerden jedoch zusätzlich verstärken.
Warum schlafen Menschen mit Fibromyalgie oft schlecht?
Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom. Typisch sind weit verbreitete Muskel- und Weichteilschmerzen, Druckempfindlichkeit, Müdigkeit sowie Schlafstörungen. Viele Betroffene berichten, dass sie zwar ausreichend lange schlafen, morgens aber trotzdem erschöpft aufwachen. Häufig kommt hinzu, dass sie sich nachts oft drehen oder durch Schmerzen geweckt werden.
Dadurch entsteht ein Teufelskreis:
Schmerzen erschweren das Einschlafen.
Unruhiger Schlaf verstärkt die Erschöpfung.
Schlechter Schlaf kann wiederum die Schmerzempfindlichkeit erhöhen.
Welche Rolle spielt die Matratze?
Eine Matratze kann Fibromyalgie nicht behandeln. Sie kann jedoch einen Einfluss darauf haben, wie stark Druckstellen während der Nacht entstehen.
Menschen mit Fibromyalgie reagieren häufig besonders empfindlich auf Druck an Schultern, Hüften oder dem Becken. Ist die Matratze zu hart, können genau diese Bereiche zusätzlich belastet werden. Sinkt der Körper dagegen zu tief ein, können Rücken und Muskulatur unnötig belastet werden.
Das Ziel ist deshalb nicht möglichst weich oder möglichst hart zu liegen, sondern den Körper möglichst gleichmässig zu entlasten und gleichzeitig ausreichend zu stützen.
Ist eine weiche Matratze automatisch besser?
Nicht unbedingt.
Viele Betroffene vermuten zunächst, eine möglichst weiche Matratze müsse automatisch angenehmer sein. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass zu weiche Matratzen zwar den Druck reduzieren, gleichzeitig aber die Stabilität verschlechtern können.
Ebenso kann eine sehr harte Matratze zu unangenehmen Druckpunkten führen.
Entscheidend ist deshalb, dass die Matratze sowohl zur Körperform als auch zur Schlafposition passt.
Was ist mit dem Lattenrost?
Der Einfluss des Lattenrosts wird häufig unterschätzt. Kann die Schulter oder Hüfte nicht ausreichend einsinken, entstehen zusätzliche Druckbelastungen. Umgekehrt kann eine ungeeignete Unterstützung im Taillenbereich dazu führen, dass die Wirbelsäule während der Nacht ungünstig belastet wird. Erst das Zusammenspiel von Matratze und Unterfederung entscheidet darüber, wie gut der Körper gelagert wird.
Worauf sollten Menschen mit Fibromyalgie achten?
Es gibt keine Matratze, die speziell für Fibromyalgie entwickelt wurde und allen Betroffenen gleich gut hilft.
Sinnvoll ist vielmehr ein Schlafsystem, das individuell angepasst werden kann und folgende Eigenschaften erfüllt:
möglichst gleichmässige Druckverteilung
gute Entlastung von Schultern und Hüften
ausreichende Unterstützung der Wirbelsäule
angenehmes Liegegefühl über die ganze Nacht
Da Menschen mit Fibromyalgie sehr unterschiedlich auf Druck reagieren, lässt sich die Eignung einer Matratze oft erst im Alltag beurteilen. Ein unverbindlicher Test zu Hause ist deshalb häufig aussagekräftiger als ein kurzes Probeliegen im Geschäft.
Was kann man zusätzlich für einen besseren Schlaf tun?
Neben einem passenden Bett können auch weitere Massnahmen hilfreich sein:
regelmässige Schlafenszeiten
ausreichend Bewegung am Tag, angepasst an die persönliche Belastbarkeit
Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen
ein angenehm kühles Schlafzimmer
eine ärztlich begleitete Behandlung der Fibromyalgie
Fazit
Fibromyalgie lässt sich durch eine Matratze nicht heilen. Ein ungeeignetes Schlafsystem kann jedoch Druckstellen und nächtliche Beschwerden zusätzlich verstärken. Ziel ist deshalb, den Körper während der Nacht möglichst gleichmässig zu entlasten und einen ruhigeren, erholsameren Schlaf zu ermöglichen.
Wenn Sie trotz ausreichend Schlaf morgens regelmässig mit Schmerzen aufwachen oder nachts häufig die Liegeposition wechseln müssen, lohnt es sich, das eigene Schlafsystem genauer zu überprüfen.
Mehr erfahren:
